Die Arbeit „Hier und Damals“ befasst sich mit der Rekonstruktion des ehemaligen NS-Gefangenenlagers Kiel-Russee in Virtual Reality. Sie stellt räumliche Beziehungen zwischen Zeitzeugnissen her und entschlüsselt das historische Ortsgedächtnis. Das Konzept des Ortsgedächtnisses beschreibt eine Form des Erinnerns, die auf Orte und deren Bedeutung bezogen ist. Die Dokumentation der Geschichte wird mit der Frage verknüpft, wie die Gesellschaft mit der Überschreibung von Tatorten durch alltägliche Nutzungen umgeht und welchen Einfluss die Vergangenheit heute noch hat.
Das Kalkül der Distanzbrechung im immersiven Bildraum wird hier im Dienst der Erfahrbarkeit eingesetzt, um an ein dunkles Kapitel der Geschichte zu erinnern, welches im kollektiven Gedächtnis wie auch im Stadtbild kaum Spuren hinterlassen hat. Die begleitende Ausstellung kontextualisiert die VR-Arbeit durch Infos zum historischen Ort und greift gleichzeitig die Überlagerung der Geschichte durch Alltagsorte audiovisuell auf.
The work 'Hier und Damals' deals with the reconstruction of the former Nazi prisoner camp Kiel-Russee in Virtual Reality. It establishes spatial relationships between contemporary testimonies and deciphers the historical memory of the site. The concept of 'site memory' describes a form of remembrance that is tied to places and their significance. The documentation of history is linked to the question of how society deals with places of everyday life overlaying historical sites and what influence the past still has today.
The calculated breaking of distance within the immersive visual space is employed here to enable an experience of history, aiming to recall a dark chapter that has left few traces in both the collective memory and the cityscape. The accompanying exhibition contextualizes the VR work by providing information about the historical site while simultaneously addressing the layers of history through audiovisual means.