Typografie und Buchgestaltung

»Warten auf Godot« – eine experimentelle Buchgestaltung

Mia Wentz

Bachelorthesis /
Wintersemester 2024/2025

Projektbetreuung:
Prof.in Annette le Fort / Prof. André Heers

Die experimentelle Buchgestaltung von Samuel Becketts "Warten auf Godot" untersucht das Warten als existenziellen Zustand. Das Aushalten von Leere und Bedeutungslosigkeit steht im Fokus – vermittelt durch absurde, minimalistische und humorvolle Mittel. Das große, ungebundene Format mit losen ineinandergelegten Bögen erzeugt ein Gefühl von Fragilität und Unentschlossenheit. Zusammengehalten wird es nur durch die Leser*innen selbst – wie auch Wladimir und Estragon nur durch die Abwesenheit Godots verbunden sind. Typografisch wird auf eine feste Ordnung verzichtet. Der Text richtet sich mittig aus und findet so seine eigene Form. Gesprochenes wird unterstrichen und Regieanweisungen stehen in Klammern. Die Kombination aus großem Format und dünnem Papier erschwert das Lesen bewusst und macht Stück zu einer aktiven, absurden Erfahrung.
The experimental book design of Samuel Beckett's “Waiting for Godot” examines waiting as an existential state. The focus is on enduring emptiness and meaninglessness - conveyed through absurd, minimalist and humorous means. The large, unbound format with loosely interlaced arcs creates a feeling of fragility and indecision. It is only held together by the readers themselves - just as Vladimir and Estragon are only connected by the absence of Godot. Typographically, there is no fixed order. The text is centered and thus finds its own form. Spoken words are underlined and stage directions are in brackets. The combination of large format and thin paper deliberately makes reading difficult and turns the play into an active, absurd experience.
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